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Mehr als nur ein Museum

MARTa? – handelt es sich um einen Druckfehler? Wird der Name nicht mit h geschrieben? Und dann die Schreibweise? Nein, alles stimmt, denn MARTa ist kein hebräischer Frauenname, sondern steht für ein außergewöhnliches Konzept.
Seit 2005 hat Herford ein Museum, Kompetenzzentrum und Veranstaltungsforum in einem. M steht für Möbel, ART für Kunst und a für Ambiente. Genauso auffällig wie die Schreibweise ist das Bauwerk. Der weltbekannte Architekt Frank O. Gehry entwarf den Komplex. Der Schöpfer des Guggenheim-Museums in Bilbao, des neuen Zollhofs im Düsseldorfer Medienhafen und der Walt-Disney-Konzerthalle in Los Angeles - um nur einige seiner realisierten Entwürfe zu nennen - hat offenbar Gefallen an Ostwestfalen-Lippe gefunden. Gehry verbindet in Herford dekonstruktivistischen Baustil mit Tradition: Metallisch glänzende Dächer liegen wie Wellen auf - für die Region typischen - rot verklinkerten Wänden, die aussehen, als drohten sie einzustürzen. Ein Vogel könnte im Vorbeifliegen meinen, ein Riese habe sich auf das Gebäude gesetzt. Die ungewöhnliche Dachlandschaft, die manuell modelliert und dann per Computer berechnet wurde, ist aus 347 Einzelteilen zusammengefügt. Allein schon die Dynamik dieser Architektur zu erleben, ist eine Reise wert.
Sie setzt sich auch im Konzept des Hauses fort. Der künstlerische Direktor und ehemalige Documenta-Chef Jan Hoet versteht MARTa als "Forum für junges und zeitgenössisches kreatives Schaffen, das in erster Linie die engen und komplexen Beziehungen zwischen Kunst, Design, Architektur und Industrie untersucht." So kann der Besucher auf rund tausendfünfhundert Quadratmetern Ausstellungsfläche neben der festen Sammlung, darunter die Dauerleihgabe des Bielefelder Sammlers Karl Kerber, spannende wechselnde Ausstellungen erleben.


Jürgen Patner, erschienen in DriveIn

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